Häufige gestellte Fragen und ihre Antworten zum Thema Mountainbike Wegenetz im Aachener Wald.

“Liebe Waldbesuchende,

das Thema „offizielles Wegenetz im Aachener Wald“ ist derzeit aktueller denn je und wird dementsprechend heiß diskutiert. Es polarisiert, viele Waldbesuchende fühlen sich übergangen oder mit Ihren Sorgen nicht ernst genommen.

Wir vom Geländefahrrad Aachen e.V. möchten den fairen Austausch fordern und fördern. Natürlich stehen wir als Vertreter der Mountainbiker*innen dem Thema nicht neutral gegenüber, trotzdem sind wir an einer für alle möglichst zufriedenstellenden Lösung interessiert und mindestens ebenso engagiert.

Daher möchten wir an dieser Stelle auf einige Sorgen, Befürchtungen und Ängste eingehen, mit denen an uns herangetreten wird. Wir möchten Fragen beantworten, die uns häufig  gestellt werden und wir möchten auch Stellung zu einigen Dingen beziehen, die uns alle beschäftigen.

Wir hoffen, dass wir auf diese Weise für mehr Transparenz sorgen können und Ihnen einen Einblick in den Prozess geben können, wie die Etablierung eines offiziellen Mountainbike Wegenetzes vonstatten geht.

Daher auch erst einmal eine kurze Info zum aktuellen Stand:

Der Antrag für ein MTB-Wegenetz wurde von allen demokratischen Fraktionen im Stadtrat Aachen gestellt und wurde […] bewilligt. (Link zur Quelle)

Damit hat die Agentur absolutGPS, die im Rahmen des EU Wirtschaftsförderung Projekt der StädteRegion Aachen zum MTB-Wegenetz den Planungsauftrag bekommen hat, den Auftrag bekommen, einen Entwurf für die Stadt Aachen auszuarbeiten. Es sollen möglichst alle beteiligten Vertreter und Faktoren berücksichtigt und zufrieden gestellt werden.

Das Projekt wird von der StädteRegion Aachen geleitet und durchgeführt! Wir, der Geländefahrrad Aachen e.V., sind Teilnehmer des Projekts und versuchen die StädteRegion, wo nötig, zu unterstützen.

Im Anschluss wird der erarbeitete Entwurf der beauftragten Agentur absolutGPS dem Umweltausschuss und dem Naturschutzbeirat der Stadt Aachen vorgelegt, um darüber abzustimmen.

Haben Sie weitere Fragen, Ergänzungen oder andere Anliegen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Wir werden versuchen, Ihre Fragen zu beantworten und sind an Ihrem konstruktiven Feedback interessiert.”

Fragen

Verursachen Mountainbike-Fahrer*innen Erosionen im Wald?

Erosion, also die Abtragung von Boden durch Wind, Wasser oder Eis wird von verschiedenen Faktoren begünstigt. Im Kontext des Mountainbikens sind hier allen voran das Fehlen von Vegetation und das Verdichten des Bodens zu nennen.

Hier jedoch davon auszugehen, dass Erosion von anderen Nutzergruppen nicht begünstigt wird, ist falsch. Das belegen auch Studien. “Die Freilegung des Bodens durch Mountainbiken und Wandern unterscheidet sich hier mit 30 Prozent (Mountainbiken) und 23 Prozent (Wandern) nur marginal”. (Siehe Seite drei im PDF unserer Quelle)

Der Geländefahrrad Aachen e.V. sieht drei Kernzonen, in denen Erosion durch das Mountainbiken besonders verstärkt wird:

Aufgeweichte Böden

An einigen Stellen sammelt sich bei Regen schnell eine große Menge Wasser, hier entsteht Matsch und der Boden wird stark aufgeweicht. Zum einen wird der aufgeweichte Boden von MTB-Reifen vergleichsweise stark abgetragen, wodurch tiefe Spurrillen entstehen können; zum Anderen werden diese Stellen, bei günstiger Topographie, umfahren, wodurch der angrenzende Boden verdichtet wird. Hier tritt eine Kettenreaktion in Kraft, wobei Pfade von weniger als einem halben Meter Breite schnell mehrere Meter breite Stellen aufweisen.

Nasse Stelle auf Trail, Verbreiterung ist deutlich zu erkennen. (Foto eines GFAC Mitgliedes.)

Wir sehen hier entgegen der meisten Befürchtungen das MTB-Wegenetz als Lösung für dieses Problem. Ein MTB-Wegenetz würde entsprechender Pflege unterliegen. Diese beinhaltet, dass Trails so gepflegt oder angepasst werden, dass Wasser an den anfälligen Stellen abfließen kann. So kann die Entstehung von stark aufgeweichten Böden und deren Folgen proaktiv verhindert werden.

Erfahrungen im Bikepark Dreiländereck haben gezeigt, dass wenn entstehende Abkürzungen und Trampelpfade zeitnah und konsequent zugelegt werden, diese effektiv verhindert werden können. Dies spricht aus unserer Sicht für ein offizielles MTB-Wegenetz, das dauerhaft betreut werden kann.

Um Erosion an MTB-Wegen noch besser verstehen und vermeiden zu können, haben wir uns vom GFAC e.V. an das Geologische Institut der RWTH Aachen gewandt. Geplant ist nun, dass das Institut eine  Bachelor-Arbeit zu diesem Thema speziell für die Situation im Aachener Wald ausschreibt.

Stören Mountainbike-Fahrer*innen Tiere oder vertreiben sie sogar?

Bei Begegnungen zwischen Mensch und Tier wird der Fluchtinstinkt der Tiere angeregt. Die Studienlage zeigt jedoch, dass es keine signifikanten Unterschiede im Verhalten bei der Flucht vor Mountainbikern gegenüber der vor Wanderern gibt (vgl.: Mountainbike Fakten DIMB). Im Gegenteil zitiert das Mountainbike Tourismusforum Deutschland eine Studie aus den USA, deren Ergebnisse sogar eine längere Reaktion bei der Begegnung mit Wanderern (12 min) als bei der Begegnung mit Mountainbikern (2 min) feststellt (vgl.: Seite vier in unserer Quelle).Hinsichtlich der Studienergebnisse aus den USA gilt es zu beachten, dass Tiere untersucht wurden, die kaum bis gar nicht an den Menschen gewöhnt sind. Somit ist davon auszugehen, dass diese Tiere ein deutlich ausgeprägteres Fluchtverhalten zeigen als das Wild in mitteleuropäischen Wäldern. 

Der Förster und Autor diverser Sachbücher über ökologisch und ökonomisch nachhaltige Forstwirtschaft Peter Wohlleben sieht hier das Potential von etablierten Trails, wie sie ein offizielles MTB-Wegenetz bietet. (vgl.: Facebook-Beitrag).

Ein Bericht aus dem Bayrischen Rundfunkt zitiert Sportökologen der Uni Bayreth, die zeigen, dass das Wild nicht von Mountainbikern vertrieben wird (vgl.: Bericht auf YouTube). 

Georgii schreibt: 

“Entscheidende Erfolgsfaktoren für eine solche „Gewöhnung“ sind, dass sich eine Reizsituation (Störung) regelmäßig wiederholt, immer wieder an derselben Stelle oder zur selben Zeit auftritt – also berechenbar ist – und ohne Folgen für ein Tier bleibt. Deshalb können sich Wildtiere mit Wanderern und Mountainbikern auf Wegen (…)– sofern Wege und (…) nicht gerade besonders sensible Einstands-, Aufzuchtgebiete oder Balzplätze durchschneiden – (…) durchaus arrangieren.” (vgl.: Seite 40 unserer Quelle)

Abschließend kann gesagt werden, dass die Studienlage nahe legt, dass Wildtiere, anders als häufig dargestellt, durchaus in der Lage sind, sich an Wanderer, Reiter und Mountainbiker zu gewöhnen solange die Störungen tagsüber geschehen. Mit einem MTB-Wegenetz können allgemeine Informationsschilder genutzt werden, um das Unterlassen von Fahrten bei Dunkelheit zu erwirken. Der GFAC e.V. distanziert sich von Nachtfahrten und setzt dies bereits im Bikepark Dreiländereck um. Insgesamt sehen wir in einem offiziellen Wegenetz die Chance ggü. der jetzigen Situation eine Verbesserung für Wildtiere zu erzielen. 

Fördert ein offizielles Wegenetz den Bike-Tourismus?

Der Geländefahrrad Aachen e.V. ist der Meinung, dass die Ausweisung eines MTB-Wegenetzes keine signifikante Auswirkung auf die Frequentierung der Wege hätte. Die Erfahrung der Mitglieder (ortsfremde Nummernschilder auf den Parkplätzen im Wald, Gruppen niederländisch- oder französischsprachiger Mountainbiker) zeigt, dass bereits jetzt viele eine lange Anfahrt in Kauf nehmen. Allerdings muss für unsere Region (Dreiländereck) klar gesagt werden, dass viele der Niederländ*innen und Belgier*innen vielleicht gar nicht von so weit weg kommen, sondern aus der Nachbarschaft.

Begünstigende Faktoren sind hier vor allem Onlineplattformen, wie Strava, komoot etc. über die nach attraktiven Zielen gesucht wird. Aus diesen Plattformen geht nicht hervor, ob ein Weg für den Mountainbikesport vorgesehen ist oder nicht. Ein attraktives offizielles Wegenetz kann den schon jetzt existierenden Druck auffangen und kanalisieren.

Können durch ein MTB-Wegenetz gefährliche Kreuzungen für Reiter und andere Waldnutzende entstehen?

Derzeit gibt es im Aachener Wald Kreuzungen zwischen Mountainbike-Trails und anderen Wegen, bei der eine risikofreie Begegnung die gegenseitige Rücksichtnahme bedingt. Ein offizielles Wegenetz bringt die Möglichkeit, Kreuzungen zur Entschärfung anzupassen. Das Bild eines offiziellen Trails des Vereins “Flowtrail Stromberg” zeigt eine bewährte Methode, bei der Schikanen den Fahrer dazu bringen, seine Geschwindigkeit auf Schritttempo zu reduzieren.

Kreuzung am “Flowtrail Stromberg” (Foto eines Vereinsmitgliedes)

Verursachen Mountainbikes Schäden an Bäumen?

Setzlinge werden beim ersten Befahren des Waldbodens beschädigt. Auf bestehenden Wegen sind diese jedoch nicht vorzufinden und können daher auch nicht beschädigt werden. Ziel des Wegenetzes ist es, keine neuen Wege anzulegen sondern bestehende zu nutzen. An großen Bäumen ist der Einfluss durch Mountainbiker vernachlässigbar. So können im Bikepark Dreiländereck keine signifikanten Schäden entlang der Strecken durch die Befahrung festgestellt werden. Eine Gruppe um Sportökologen der Universität Bayreuth hat die Auswirkungen von Mountainbiker*innen im Fichtelgebirge untersucht und konnte ebenfalls keine nennenswerten Schäden feststellen. Martin Hertel, Forstwirt der Bayerischen Staatsforsten beschreibt es wie folgt: “Der Baum an sich erfährt eine gewisse Schädigung. Der Baum verliert ein Teil seines Wurzelwerkes aber er bleibt so stabil, dass er weiter stehen bleiben kann. Kein echter Schaden für den Baum.” (Bericht auf YouTube)

Kann ein Mountainbike Wegenetz Naturschutzzonen stören?

Das Konzept der zuständigen Agentur absolutGPS verhindert eine Vernachlässigung einzelner Interessengruppen. Es sieht vor, dass alle Beteiligten im Zeitraum Juni – Juli identifiziert werden (siehe Punkt 1.3 der Grafik). In den Monaten September und Oktober plant absolutGPS sich mit Vertretern aus Forst, Naturschutz und weiteren Nutzergruppen zu treffen, um sich bezüglich eines Streckennetz-Entwurfes zu abzustimmen (siehe Punkt 2.2 und 2.3 der Grafik).

Ausschnitt aus der Umweltausschusssitzung und dem Bericht der Verwaltung zum Thema „Zeitplan Mountainbikestreckennetz“ https://ratsinfo.aachen.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=106245

Zudem können bei offiziellen Touren auf dem MTB-Wegenetz gezielt Informationen an die Nutzer herangetragen werden, warum das Befahren bestimmter Gebiete von Nachteil ist. Durch eine geeignete Aufklärung ist eine höhere Akzeptanz von Vorgaben zu erwarten als durch reine Verbote.

Verursachen Mountainbike-Fahrer*innen Erosionen im Wald?

Erosion, also die Abtragung von Boden durch Wind, Wasser oder Eis wird von verschiedenen Faktoren begünstigt. Im Kontext des Mountainbikens sind hier allen voran das Fehlen von Vegetation und das Verdichten des Bodens zu nennen.

Hier jedoch davon auszugehen, dass Erosion von anderen Nutzergruppen nicht begünstigt wird, ist falsch. Das belegen auch Studien. “Die Freilegung des Bodens durch Mountainbiken und Wandern unterscheidet sich hier mit 30 Prozent (Mountainbiken) und 23 Prozent (Wandern) nur marginal”. (Siehe Seite drei im PDF unserer Quelle)

Der Geländefahrrad Aachen e.V. sieht drei Kernzonen, in denen Erosion durch das Mountainbiken besonders verstärkt wird:

Aufgeweichte Böden

An einigen Stellen sammelt sich bei Regen schnell eine große Menge Wasser, hier entsteht Matsch und der Boden wird stark aufgeweicht. Zum einen wird der aufgeweichte Boden von MTB-Reifen vergleichsweise stark abgetragen, wodurch tiefe Spurrillen entstehen können; zum Anderen werden diese Stellen, bei günstiger Topographie, umfahren, wodurch der angrenzende Boden verdichtet wird. Hier tritt eine Kettenreaktion in Kraft, wobei Pfade von weniger als einem halben Meter Breite schnell mehrere Meter breite Stellen aufweisen.

Nasse Stelle auf Trail, Verbreiterung ist deutlich zu erkennen. (Foto eines GFAC Mitgliedes.)

Wir sehen hier entgegen der meisten Befürchtungen das MTB-Wegenetz als Lösung für dieses Problem. Ein MTB-Wegenetz würde entsprechender Pflege unterliegen. Diese beinhaltet, dass Trails so gepflegt oder angepasst werden, dass Wasser an den anfälligen Stellen abfließen kann. So kann die Entstehung von stark aufgeweichten Böden und deren Folgen proaktiv verhindert werden.

Erfahrungen im Bikepark Dreiländereck haben gezeigt, dass wenn entstehende Abkürzungen und Trampelpfade zeitnah und konsequent zugelegt werden, diese effektiv verhindert werden können. Dies spricht aus unserer Sicht für ein offizielles MTB-Wegenetz, das dauerhaft betreut werden kann.

Um Erosion an MTB-Wegen noch besser verstehen und vermeiden zu können, haben wir uns vom GFAC e.V. an das Geologische Institut der RWTH Aachen gewandt. Geplant ist nun, dass das Institut eine  Bachelor-Arbeit zu diesem Thema speziell für die Situation im Aachener Wald ausschreibt.

Stören Mountainbike-Fahrer*innen Tiere oder vertreiben sie sogar?

Bei Begegnungen zwischen Mensch und Tier wird der Fluchtinstinkt der Tiere angeregt. Die Studienlage zeigt jedoch, dass es keine signifikanten Unterschiede im Verhalten bei der Flucht vor Mountainbikern gegenüber der vor Wanderern gibt (vgl.: Mountainbike Fakten DIMB). Im Gegenteil zitiert das Mountainbike Tourismusforum Deutschland eine Studie aus den USA, deren Ergebnisse sogar eine längere Reaktion bei der Begegnung mit Wanderern (12 min) als bei der Begegnung mit Mountainbikern (2 min) feststellt (vgl.: Seite vier in unserer Quelle).Hinsichtlich der Studienergebnisse aus den USA gilt es zu beachten, dass Tiere untersucht wurden, die kaum bis gar nicht an den Menschen gewöhnt sind. Somit ist davon auszugehen, dass diese Tiere ein deutlich ausgeprägteres Fluchtverhalten zeigen als das Wild in mitteleuropäischen Wäldern. 

Der Förster und Autor diverser Sachbücher über ökologisch und ökonomisch nachhaltige Forstwirtschaft Peter Wohlleben sieht hier das Potential von etablierten Trails, wie sie ein offizielles MTB-Wegenetz bietet. (vgl.: Facebook-Beitrag).

Ein Bericht aus dem Bayrischen Rundfunkt zitiert Sportökologen der Uni Bayreth, die zeigen, dass das Wild nicht von Mountainbikern vertrieben wird (vgl.: Bericht auf YouTube). 

Georgii schreibt: 

“Entscheidende Erfolgsfaktoren für eine solche „Gewöhnung“ sind, dass sich eine Reizsituation (Störung) regelmäßig wiederholt, immer wieder an derselben Stelle oder zur selben Zeit auftritt – also berechenbar ist – und ohne Folgen für ein Tier bleibt. Deshalb können sich Wildtiere mit Wanderern und Mountainbikern auf Wegen (…)– sofern Wege und (…) nicht gerade besonders sensible Einstands-, Aufzuchtgebiete oder Balzplätze durchschneiden – (…) durchaus arrangieren.” (vgl.: Seite 40 unserer Quelle)

Abschließend kann gesagt werden, dass die Studienlage nahe legt, dass Wildtiere, anders als häufig dargestellt, durchaus in der Lage sind, sich an Wanderer, Reiter und Mountainbiker zu gewöhnen solange die Störungen tagsüber geschehen. Mit einem MTB-Wegenetz können allgemeine Informationsschilder genutzt werden, um das Unterlassen von Fahrten bei Dunkelheit zu erwirken. Der GFAC e.V. distanziert sich von Nachtfahrten und setzt dies bereits im Bikepark Dreiländereck um. Insgesamt sehen wir in einem offiziellen Wegenetz die Chance ggü. der jetzigen Situation eine Verbesserung für Wildtiere zu erzielen. 

Fördert ein offizielles Wegenetz den Bike-Tourismus?

Der Geländefahrrad Aachen e.V. ist der Meinung, dass die Ausweisung eines MTB-Wegenetzes keine signifikante Auswirkung auf die Frequentierung der Wege hätte. Die Erfahrung der Mitglieder (ortsfremde Nummernschilder auf den Parkplätzen im Wald, Gruppen niederländisch- oder französischsprachiger Mountainbiker) zeigt, dass bereits jetzt viele eine lange Anfahrt in Kauf nehmen. Allerdings muss für unsere Region (Dreiländereck) klar gesagt werden, dass viele der Niederländ*innen und Belgier*innen vielleicht gar nicht von so weit weg kommen, sondern aus der Nachbarschaft.

Begünstigende Faktoren sind hier vor allem Onlineplattformen, wie Strava, komoot etc. über die nach attraktiven Zielen gesucht wird. Aus diesen Plattformen geht nicht hervor, ob ein Weg für den Mountainbikesport vorgesehen ist oder nicht. Ein attraktives offizielles Wegenetz kann den schon jetzt existierenden Druck auffangen und kanalisieren.

Können durch ein MTB-Wegenetz gefährliche Kreuzungen für Reiter und andere Waldnutzende entstehen?

Derzeit gibt es im Aachener Wald Kreuzungen zwischen Mountainbike-Trails und anderen Wegen, bei der eine risikofreie Begegnung die gegenseitige Rücksichtnahme bedingt. Ein offizielles Wegenetz bringt die Möglichkeit, Kreuzungen zur Entschärfung anzupassen. Das Bild eines offiziellen Trails des Vereins “Flowtrail Stromberg” zeigt eine bewährte Methode, bei der Schikanen den Fahrer dazu bringen, seine Geschwindigkeit auf Schritttempo zu reduzieren.

Kreuzung am “Flowtrail Stromberg” (Foto eines Vereinsmitgliedes)

Verursachen Mountainbikes Schäden an Bäumen?

Setzlinge werden beim ersten Befahren des Waldbodens beschädigt. Auf bestehenden Wegen sind diese jedoch nicht vorzufinden und können daher auch nicht beschädigt werden. Ziel des Wegenetzes ist es, keine neuen Wege anzulegen sondern bestehende zu nutzen. An großen Bäumen ist der Einfluss durch Mountainbiker vernachlässigbar. So können im Bikepark Dreiländereck keine signifikanten Schäden entlang der Strecken durch die Befahrung festgestellt werden. Eine Gruppe um Sportökologen der Universität Bayreuth hat die Auswirkungen von Mountainbiker*innen im Fichtelgebirge untersucht und konnte ebenfalls keine nennenswerten Schäden feststellen. Martin Hertel, Forstwirt der Bayerischen Staatsforsten beschreibt es wie folgt: “Der Baum an sich erfährt eine gewisse Schädigung. Der Baum verliert ein Teil seines Wurzelwerkes aber er bleibt so stabil, dass er weiter stehen bleiben kann. Kein echter Schaden für den Baum.” (Bericht auf YouTube)

Kann ein Mountainbike Wegenetz Naturschutzzonen stören?

Das Konzept der zuständigen Agentur absolutGPS verhindert eine Vernachlässigung einzelner Interessengruppen. Es sieht vor, dass alle Beteiligten im Zeitraum Juni – Juli identifiziert werden (siehe Punkt 1.3 der Grafik). In den Monaten September und Oktober plant absolutGPS sich mit Vertretern aus Forst, Naturschutz und weiteren Nutzergruppen zu treffen, um sich bezüglich eines Streckennetz-Entwurfes zu abzustimmen (siehe Punkt 2.2 und 2.3 der Grafik).

Ausschnitt aus der Umweltausschusssitzung und dem Bericht der Verwaltung zum Thema „Zeitplan Mountainbikestreckennetz“ https://ratsinfo.aachen.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=106245

Zudem können bei offiziellen Touren auf dem MTB-Wegenetz gezielt Informationen an die Nutzer herangetragen werden, warum das Befahren bestimmter Gebiete von Nachteil ist. Durch eine geeignete Aufklärung ist eine höhere Akzeptanz von Vorgaben zu erwarten als durch reine Verbote.

Stellungnahmen

Im Folgenden findet ihr die Stellungnahme des Vereins zu verschiedenen Mountainbike-Themen, die uns alle beschäftigen.

Fazit

Letztendlich stellen wir fest, dass es viele Problemstellungen gibt, die mit einem offiziellen MTB-Wegenetz nachhaltig gelöst werden könnten. Wichtig ist hierbei, dass das Wegenetz auch entsprechend attraktiv für Mountainbiker gestaltet wird, sodass ausreichend Akzeptanz entsteht und Anreize zum Wildbau entfallen. 

Das geforderte MTB-Wegenetz bietet zahlreiche Chancen. Der Großteil der Mountainbiker*innen wird effektiv gelenkt, Naturschutzgebiete werden entlastet, Kreuzungen entschärft, Erosion minimiert und der Wildbau eingedämmt. 

Wir gehen daher davon aus, dass die meisten Probleme durch das Wegenetz gelöst und nicht wie befürchtet, verschärft würden.

Es sollte sich auch keiner der Illusion hingeben, dass sich die Mountainbiker*innen in Aachen durch Verbote vertreiben lassen. Die Vergangenheit hat vielerorts bereits gezeigt, dass die Lösung definitiv nicht in Sanktionierung und Kontrolle liegt. 

Der Geländefahrrad Aachen e.V. hat aktuell über 1400 Mitglieder (Stand 30.09.2021). Berücksichtigt man hierzu noch die Zahl der nicht im Verein organisierten Mountainbiker*innen wird klar, dass ein MTB-Wegenetz die unausweichliche Konsequenz sein muss.

Am Ende möchte jeder den Wald genießen. Dies einer Nutzergruppe zu verbieten, kann in unseren Augen nicht die Lösung sein. Daher appellieren wir an die Vernunft aller und möchten zu einem angenehmen Miteinander im Aachener Wald aufrufen. 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ihr

Geländefahrrad Aachen e.V.

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